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SPOKA Nr. 3 / 2016

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Inklusion als Chance für soziale und personale Lernprozesse: Das integrative Segelprojekt „Challenge“

„Inklusion“ hat viel mit einem Segeltörn gemeinsam: Das Ziel, das in der Verwirklichung des Rechts von Menschen mit Behinderung auf Teilhabe und Chancengleichheit liegt, ist dabei klar. Gleichzeitig ist der Weg dorthin, die Verankerung des Inklusionsgedankens in der Gesellschaft, eine große Herausforderung. Wie beim Segeln auch, muss dabei auf Gegenwinde und Strömungen geachtet werden, denn nur wer es schafft, die Umgebungsbedingungen zu nutzen, landet letztendlich im anvisierten Hafen.

Der Behindertensportverband Nordrhein-Westfalen (BSNW) hat in Zusammenarbeit mit dem englischen Jubilee-Sailing-Trust (JST) im vergangenen Jahr den Versuch unternommen, die beiden Herausforderungen Inklusion und Segeln miteinander zu verbinden. Das Inklusions-Segelprojekt wurde passend "Challenge" betitelt.
Das Ziel der Crew - bestehend aus zwölf Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen und 24 Nichtbehinderten bei einer Alterspanne von 14 bis 64 Jahren - war eine einwöchige Segelfahrt mit der "Tenacious" von Emden nach London, die im Besuch der Eröffnungsfeier der Paralympics gipfeln sollte. Der sozio-kulturelle Hintergrund der Teilnehmer war sehr heterogen: Jugendliche aus Jugendhilfeeinrichtungen, Auszubildende und deren Ausbilder bis hin zu Geschäftsführern und Professoren nahmen teil. Über den Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Bayern waren drei Segler an Bord: Cory Rudder, Korbinian Blanz und Stefan Markus. Die Fa. Elektro Hieber unterstützte den Segeltörn finanziell und ermöglichte damit die Mitreise der bayerischen Sportler.
 

Viele Tätigkeiten an Bord erforderten Mut und Überwindung.

Komplettiert wurde die Besatzung durch den 14-köpfigen Segelstamm der JST, welcher die entscheidungstragenden Funktionen besetzte (Kapitän, Steuermänner, Wachführer etc.).
Das "System" Schiff bot dabei optimale Bedingungen, sozialinteraktive Kompetenzen wie etwa die Kooperationsfähigkeit (weiter) zu entwickeln. Packten beispielsweise beim Segelsetzen nicht alle mit an, blieb diese körperlich schwere Arbeit an wenigen Anderen hängen. Dabei war es egal, ob der Helfer blind ist, im Rollstuhl sitzt oder keine Behinderung hat. Die Aufgabe wurde nur dann für alle zufriedenstellend erfüllt, wenn jeder sich im Rahmen seiner Möglichkeiten in ein funktionierendes Team einbringen konnte.
Dies machte das Segelprojekt "Challenge" zu einer gelebten Idealvorstellung des Inklusionsgedankens und bot den Teilnehmern viele Gelegenheiten für soziale und personale Lernprozesse. Es bleibt zu hoffen, dass die beobachtbaren Veränderungen im Verhalten reflexive Prozesse bei den Teilnehmern angeregt haben, die diese auch über die Reling des Schiffes hinaus "wachsen" lassen. Wenn das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung in unserer Gesellschaft so selbstverständlich würde wie an Bord der "Tenacious", wären wir auf unserem Segeltörn Richtung Inklusion schon ein ganzes Stück weiter und würden das Ziel ebenso erreichen wie die Teilnehmer des Projektes "Challenge", die pünktlich zur Eröffnungsfeier in London ankamen.  


Aus Zurückhaltung und Distanz wurden Kooperation und Fürsorge.

Autor (Text & Foto): Stefan Markus ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Schulpädagogik mit Schwerpunkt Mittelschule an der FAU Erlangen-Nürnberg und ehem. Leiter der "Erlebten Integrativen Sportschule" für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung beim USC München Rollstuhlsport e.V.

Einen Eindruck zum Projekt gibt es auch auf YouTube.

Nachdruck & Kürzung mit freundlicher Genehmigung der Zeitschriften: 
e&l - erleben und lernen, Ausgabe 2/2013 und
aktiv dabei 09-2013


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