Motivation für die Verleihung des Siegels

In Bayern existieren über 1.350 Reha-Sportgruppen unterschiedlicher Indikationen, die durch die Arbeitsgemeinschaft Rehasport in Bayern ihre Anerkennung und Zulassung erhalten haben. Eine weitergehende Unterscheidung zwischen den Rehasportgruppen gemäß ihrer tatsächlichen sportinhaltlichen Kompetenz, Qualität und Effektivität existiert jedoch nicht. Für Teilnehmer und Kostenträger wäre eine entsprechende Information bei der Auswahl der Rehasportgruppe aber sicherlich hilfreich und wichtig. Ziel des BVS Bayern ist es daher, gemeinsam mit Rehabilitationssportgruppen mit Interesse an qualitativ hochwertigen Sportprogrammen, nachgewiesenermaßen effektive und attraktive Trainingskonzepte einzuführen. Zu diesem Zweck verleiht der BVS Bayern in Kooperation mit dem Bayerischen Sportärzteverband ein „Qualitätssiegel“, das die Bemühungen von Rehasportgruppen würdigen soll, Sportprogramme mit hoher Effektivität und Qualität anzubieten. 

Hintergrund des Qualitätssiegels
Erfolgreiche, unter strikten wissenschaftlichen Regeln durchgeführte Interventionsmaßnahmen sind idealerweise die Basis von QM-basierten Trainingskonzepten im Gesundheitssport. Basis des Qualitätssiegels des BVS Bayern ist die Senioren Fitness und Präventions-Studie (SEFIP). Die SEFIP-Studie ist ein Kooperationsprojekt des Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbandes Bayern e.V. (BVS Bayern), der Siemens-Betriebskrankenkasse, der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern und des Sportinstituts der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), das unter der Federführung des Osteoporoseforschungszentrums (OFZ) des Instituts für Medizinische Physik der FAU in den Jahren 2006-2009 durchgeführt wurde. Ziel war es, ein Trainingsprogramm zu entwickeln, das neben zentralen Risikofaktoren der Osteoporose unter strikter Beachtung der Rahmenbedingungen ambulanten Rehabilitationssports positiv beeinflusst. Das Übungsprogramm stellt sich als hocheffektiv heraus und wird daher als Basis des Qualitätsmanagement des Rehabilitationssports bei Osteoporose angesehen. In den Folgejahren wurde das SEFIP-Programm zunehmend auf die Anwendung in der Rehabilitationssportgruppe angepasst. So sind beispielsweise keine hohen Forderungen an Räumlichkeiten oder Geräteausstattung Voraussetzung für den Erwerb des Siegels. Zentrale Forderungen und Ziele des Qualitätssiegels sind jedoch eine möglichst genaue Durchführung und Umsetzung des SEFIP-Programms in der Osteoporose-Rehasportgruppe und die Entwicklung/Optimierung der Durchführung in den Kursstunden. Weiterführende Informationen zu Siegel und QM-Konzept des BVS Bayern sind dem QM-Manual (anzufragen beim BVS Bayern) zu entnehmen.

Qualitätsmanagement im Rehasport
Wer langfristig erfolgreich sein will,  muss das eigene Tun und Handeln immer wieder überprüfen. Im Bereich des Rehabilitationssports ist es dazu notwendig, ein begleitendes Qualitätsmanagement (QM) zu etablieren. 
Folglich müssen zunächst geeignete Maßnahmen getroffen werden, um eine möglichst originalgetreue Umsetzung eines evidenzbasierten multimodalen (EBM)-erprobten, erfolgreichen Programmes zu gewährleisten. Weiterhin müssen Mechanismen installiert werden, welche die „Effektivität“ des Sporttreibens erfassen und das Programm stetig verbessern. Dieser Prozess beinhaltet alle Dimensionen des QM - ausgehend von der Bereitschaft der Rehabilitationssportgruppen, sich einem weitreichenden Qualitätsmanagement zu „unterwerfen“, bis hin zu einer Vergabe eines Qualitätssiegels mit bevorzugter Förderung der am QM-Prozess teilnehmenden Rehabilitationssportgruppen.
Das Qualitätsmanagementkonzept und das für ein erfolgreiches QM verliehene Qualitätssiegel „Sport pro Reha in Bayern“ des BVS Bayern basiert auf der Senioren-Fitness- und Präventions[1]-Studie (SEFIP), einem evidenzbasierten multimodalen (EBM)Programm, das besonders die  Frakturgefährdung bei Menschen in höherem Lebensalter verbessert, aber aus Gründen der Multimorbidität des älteren Menschen, als den zentralen Teilnehmerkreis von Osteoporose-Rehabilitationssportgruppen, ebenfalls positive Effekte auf weitere Risikofaktoren und Erkrankungen höheren Lebensalters wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Muskelschwund (Sarkopenie) zeigt. Um eine Transferierung des Programmes in ambulante Bewegungsgruppen zu gewährleisten, orientierte sich das Programm strikt an der aktuellen Rahmenvereinbarung für den Rehabilitationssport der BAR[2]. Zusätzlich wurden die Rahmenbedingungen der Untersuchung bezüglich Trainingshäufigkeit, materieller, räumlicher und personeller Ausstattung sowie Finanzierung eng am Trainingsalltag ambulanter Gruppen orientiert.

[1] In diesem Zusammenhang steht „Prävention“ für „Frakturprophylaxe“.
[2] Rahmenvereinbarung über den Rehabilitationssport und das Funktionstraining vom 01. Januar 2011.


Vorteile für die Vereine
  • zertifizierter Anbieter
  • Qualitätsnachweis des Sportangebots
  • damit gutes Argument für Mitgliedergewinnung
  • erhöhte Aufmerksamkeit durch Öffentlichkeitsarbeit (der BVS Bayern berichtet über die zertifizierten Gruppen)
  • Verwendung des Logos für Vereinsarbeit

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