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SPOKA Nr. 5 / 2019

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Blindenbaseballer beim Mole-Cup

Reisebericht der "Bavarian Bats" von der Teilnahme am Mole-Cup vom 03.10. - 06.10.2019 in Rom

Man! Was war das für ein Abenteuer, der dies-jährige Mole-Cup. Es begann schon mit der Suche nach dem Zeitpunkt und Austragungsort des jährlich stattfindenden Wettkampfes um den Begehrten Pokal im Blindenbaseball. Ursprünglich sollten die Spiele Ende September im südfranzösischen Pau stattfinden. Schlussendlich und kurzfristig entschied man sich für Rom in Bella Italia. Wow!!! Endlich mal wieder Heimspiele für die Italiener. So kam es, dass sich neben den üblichen Verdächtigen wie Deutschland, Frankreich und Italien Newcomer wie die USA und Großbritanien und schließlich Kuba vom 04. Bis 06. Oktober in der italienischen Metropole trafen.

Die nächste Frage für uns, die "Bavarian Bats", nehmen wir den Zug, den Bus oder den Flieger? Wir entschieden uns, dem Zeitgeist entsprechend, schlussendlich für die umweltfreundlichste und kostengünstigste Variante, den Nachtzug direkt von München Hauptbahnhof nach Rom Termini. Das dies mit einer kleinen Portion Abenteuer verbunden war, wie beim Bahnfahren üblich, ahnten wir zwar vorher schon, und so kam es dann auch - Verspätung durch das Auswechseln einer defekten Lock, aber Schwamm drüber, wir erreichten Schlussendlich mit 45-minütiger Verspätung am 03. Oktober den Zielbahnhof in Rom.

Jetzt hieß es erst mal Gepäck abladen, Mittagessen, natürlich Nudeln mit Tomatensoße; danach endlich Zimmer im Hotel beziehen, duschen und dann eiligen Schrittes auf ins Coloseum, wo wir zwar freien Eintritt, jedoch nur ein geringes Zeitfenster hatten, um uns einen Eindruck über dieses altertümliche und zugegebenermaßen auch zum Teil Baufällige Objekt zu verschaffen. Um das Abendessen (Nudeln mit Tomatensoße die zweite) nicht zu verpassen, begaben wir uns wieder in Richtung Hotel.


Am nächsten Morgen hieß es, schnell das übersichtliche Frühstücksbuffet erobern, bevor die Kubaner es tun. Auch hier war höchste Eile geboten, denn der italienische Coach Lorenzo rief uns für 8.00 Uhr zum Aufbruch aufs Spielfeld für das Intensivtraining. Naja, es wurden dann 45 Minuten später, bis uns der Bus zum ehemaligen Olympiastützpunkt brachte. Dort waren mehrere Stationen aufgebaut, die im Rotationsprinzip benutzt wurden, bevor am Mittag ein Showspiel unter der Leitung von Lorenzo für eine japanische Delegation stattfand. Das Mittagessen war wieder mal ein Nudelgericht, wobei die Tomatensoße durch Parmesan und Pfeffer ersetzt wurde. Das von den Gastgebern gesponsorte Gericht wiederholte sich am Abend, was zu Diskussionen um ein bisschen mehr Abwechslung im Speiseplan führte. Ein Großteil unseres Teams entschied sich schlussendlich für ein Menu a la Carte auf eigene Kosten. Ferner teilte uns unser Coach Hubertus mit, dass wir 2 Mitspieler an die französische Mannschaft verleihen müssten, da diese nur mit 4 Spielern angereist waren. Gott sei Dank hatten wir 2 Freiwillige, Josef und Simon, die sich zur Verfügung stellten.

Der Samstag verlief, was das Frühstücksbuffet betraf, wie der Tag zuvor, bevor es nach der Mannschaftsbegrüßung und dem Klang der Hymnen für Uns gegen die Newcomer aus Großbritanien im ersten Vorrundenspiel zur Sache ging. Eine Neuerung war, dass wir Schläger und Läufer trennten, um das bestmögliche für unser Team herauszuholen. Schließlich teilten wir uns die Punkte mit den Insulanern durch ein unentschieden.
Dann hieß es erst mal Pause für uns, um uns auf das harte Match gegen Kuba vorzubereiten. Unterdessen holten die Franzosen, auch durch die Mithilfe unserer ausgeborgten Spieler, einen Sieg gegen die USA. Nun zum Kuba-Spiel sei nur folgendes zu sagen: Es war ein bisschen wie ein Kampf der Gladiatoren gegen Löwen - so ein bisschen wie zu Zeiten des Imperium romanum im Coloseum - wie Asterix und Obelix ohne Zaubertrank. Die Kubaner jagten uns kreuz und Quer übern Platz und zeigten uns, was Defence mit hohem Standard bedeutet. Obwohl wir das Spiel nicht gewinnen konnten wurden wir eins, richtig warm, und wir schlugen uns tapfer.

Nun ja, unseren für das französische Team verliehenen Spielerkollegen Josef und Simon sollte es gegen Italien nicht anders ergehen. Schließlich wurden die Briten von den Kubanern ebenfalls wie die Hasen durchs Feld gejagt. Blos gut, dass wir eine derartige Lektion im vergangenen November in Havanna schon erfahren hatten.
Auch den Boys and Girls aus den vereinigten Staaten ging es gegen die Italien Bats nicht anders.
Das Mittagsbuffet enthielt zwar ebenfalls Nudeln als Beilage, war aber dennoch abwechslungsreicher als am Vortag und wurde durch Salate, Obst und Joghurt bereichert.




In den späten Abendstunden wurde im durch Flutlicht gefüllten Stadion ein hart umkämpftes Freundschaftsspiel zwischen den Gruppensiegern Italien und Kuba ausgetragen. Die beiden Kontrahenten konnten wir nochmals am nächsten Tag beobachten, wo sie ums Finale spielten. Die Italiener entschieden es mit 1/0 für sich - Heimvorteil zahlt sich eben auch hier aus. Zu erwähnen sei noch, dass wir, die Bavarian Bats, mit einem respektablen vierten Platz Frankreich knapp vor uns ließen und sich auch die Briten mit Platz 5 und die Mannschaft von der anderen Seite des Atlantiks (USA mit Platz 6 als Neulinge hervorragend und wacker präsentierten. Und dann blieb noch ein bisschen Zeit für ein kurzes Schlagtraining für unsere chinesische Begleiterin, was ebenfalls für reichlich Spaß unseres Teams sorgte.
Eins hatten wir uns zu guter Letzt verdient: reichlich Entspannung in komfortablen Liegewägen auf der Rückfahrt und ausgiebige Speisen vor der Abfahrt und im Zug selbst, der uns, wenn auch hier wieder mit Verspätung durch eine Sperrung des Tauerntunnels, wohlbehalten am nächsten Tag in den Heimatbahnhof München brachte.
 
Alles in allem war es ein Abenteuerliches, lustiges und vor allem leerreiches Wochenende - hoffentlich nicht das letzte dieser Art.



Bericht: Renate Stadtler / Michael Bennewitz
Fotos: Christian Stache


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